St. Lawrence Streichquartett
Anton Kuerti (Klavier)

Mai 1999, Toronto

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Anton Kuerti hat schon eine ziemlich lange Karriere hinter sich. Hier, in Kanada, ist er einer der bekanntesten Pianisten, und er ist auch auf internationalen Buehnen bekannt und geschaetzt. Das St. Lawrence Sreichquartett ist jung (es wurde in 1989 gegruendet und die Mitglieder: Geoff Nuttall, Barry Shiffman, Geigen, Lesley Robertson, Bratsche und Marina Hoover, Cello sind alle jung), erfreut sich aber schon eines glaenzenden Renommees. Sein gestriges Konzert mit Anton Kuerti war ein Modell von enthusiastischer Zusammenarbeit.

Das Konzert begann mit Beethovens Streichquartett in Es-dur, op. 74 (“Harfenquartett”). Der Ton des St. Lawrence Quartetts ist warm und rund, wenn auch nicht so voll wie der anderer Streichquartette, die ich gehoert habe, und die Interpretation war ueberzeugend und voll Schwung. Ganz besonders gefiel mir die Waerme, die die erste Geige und das Cello im 2. Satz darlegten, und der Enthusiasmus des Scherzos. Im letzten Satz haette ich persoenlich einen etwas mehr betonten Kontrast zwischen den Variationen gewuenscht, es gefiel mir aber, dass sie die Einheit des Satzes im Auge hielten.

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In den naechsten zwei Werken des Programms schloss sich Anton Kuerti den Streichquartett an: zu deren jugendlichen Enthusiasmus trug er seine Erfahrung und Autoritaet bei, ohne aber die Interpretation zu monopolisieren oder seine Anschauung aufzuzwingen. Ihre Zusammenarbeit war ein perfektes Beispiel von Gleichgewicht und kontinuirlichem Dialog. Es war klar dass sie alle eine gemeinsame Anschauung teilen, und man konnte den Ideenaustausch waehrend des Spielens fast koerperlich empfinden.

Erst fuehrten sie Brahms’ Klavierquintett in f-moll, op. 34 auf. Den Schwung, mit dem sie das erste Thema des 1. Satzes einfuehrten behielten sie bis zum Ende des Satzes. Tief beeidruckt war ich von der Art, mit der sie sie das Andante, poco Adagio spielten, eine Interpretation die das typische brahms’sche warme Laecheln zutage brachte, und gleichzeitig die etwas schubertschen Elemente unterstrich. Das Scherzo war kathartisch, und nach der langsamen, chromatischen Einleitung, die sie aeusserst innig spielten, entfalteten sie den letzten Satz mit zunehmenden Schwung und Intensitaet.

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Das Programm endete mit Schumanns Klavierquintett op. 44 (Es-dur). Im 2. Satz erreichten sie den emotionellen Hoehepunkt des Konzertes. Ganz beeindruckt war ich von den Stimungsaenderungen vom trauermarschartigen ersten Thema in moll, zur kontrastierenden Waerme und Wehmut des zweiten Themas, zum Pathos und Leidenscahft der “agitato” Entwicklung. Das Scherzo und das Finale brachten das Werk zu einem lebensfreundlichen, schwungvollen Ende.

Kurz, eine Auffuehrung, die jeden Moment ihre Freude an Musik offenbarte.

Eusebius & Florestan, Mai 1999



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