Nette Kleinigkeiten:
“Drei Herren”

Ein Film von Nikolaus Leytner

Komödie, Österreich, Deutschland 1998
Regie und Buch: Nikolaus Leytner
Kamera: Hans Selikovsky
Musik: Hans-Jürgen Buchner (“Haindling”) und Christoph Dietz (“Die Knödel”).
Mit Ottfried Fischer, Karl Markovics, Karl Merkatz, Erni Mangold, Regina Fritsch, Franz Buchrieser, Dietmar Mössmer, Peter Faerber, Jaromir Borek, Uwe Schneider, Johann Lurf, Andreas Kunze.

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Wertung: 5 Finger

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Drei Insassen einer psychatrischen Anstalt werden auf eine Sommerfrische zu einem anderen Heim geschickt. Weil aber der Busfahrer auf dem Weg dahin ins nikotininduzierte Koma fällt, machen sich die Drei – ein netter, älterer Herr, der mit Tonband und Mikro Schlafforschung betreibt, ein Träumer, der den Tod seiner Familie nicht verkraftet hat und der dicke, kräftige “Bärli” (glänzend, der bayrische Kabarettist Ottfried Fischer in einer stummen Rolle!), der den Busfahrer über die Schulter nimmt – auf den kurzen Fußweg ins nächste Dorf, irgendwo in Niederösterreich.

Dort entpuppt sich das ländliche Idyll als ein Hort des ganz normalen Wahnsinns. Die drei Herren stolpern direkt in die kleine absurde Welt. In mehreren Handlungssträngen werden die Abenteuer erzählt: Bärlis Romanze mit dem Wanderpokal des Dorfes; der Träumer, der dem kleinen Jungen hilft, die von ihm wegen einer Mutprobe geklaute und zerstörte Reliquie wieder in die Kapelle zurückzubekommen und der ältere Herr, der von einer alten Frau als ihr im Krieg gefallener Sohn adoptiert wird und dessen kindliche Verhaltensweisen zur Freude der Mutter aufgreift.

Dabei ist kein Detail zu grotesk, keine Sache zu heilig, um nicht aufgegriffen zu werden. Auch wer des österreichischen Idioms nicht mächtig ist, kommt trotzdem ob der vielen netten Kleinigkeiten voll auf seine Kosten.

Und weil der Film auch noch auf sehr unterhaltsame Art und Weise dazu anregt, darüber nachzudenken, was denn nun eigentlich normal ist und was nicht (und weil es auch noch so gut zur Reliquie paßt), vergibt die Redaktion 5 volle Finger.

Umberto, im Mai 1999

Und so werten wir:

1 Finger: Für dieses Verbrechen an der Menschheit hat die gesamte Filmcrew nur eines verdient: Den Effe. SCHUND!

2 Finger: Den Film kann man genießen. Ja – Ehrlich! Man kann drüber lachen. Ganz laut. Natürlich sollte man in der richtigen positiven Grundstimmung sein, bevor man die Tüte raucht. Denn dieser Film ist nur auf Drogen zu ertragen.

3 Finger: Da riskiere ich einen Blick. EINEN. Denn mit zwei Fingern halte ich mir die Ohren und mit einem ein Auge zu.

4 Finger: Zwei auf jeder Seite. Damit muß ich mich ab und zu mal festhalten. Aber sonst geht der Film eigentlich.

5 Finger: Geballt zur Siegesfaust! Denn dieser Film ist einfach Klasse und empfehlenswert. Hollywood (oder Geiselgasteig bzw. Little Boredom/UK oder wo immer dieser Film entstanden ist), Du hast mich ausnahmsweise mal versöhnt.



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